BayernDeutlich mehr präparierte Süßigkeiten zu Halloween in Bayern

Nadeln in Schokoriegeln, Metall in Fruchtgummi: Viele Kinder und Eltern haben nach Halloween gefährliche Funde in Süßigkeiten gemeldet. Was Ermittler zur Rolle sozialer Medien sagen.
München (dpa/lby) - Vorläufigen Zahlen der bayerischen Polizei zufolge sind im Freistaat zu Halloween deutlich mehr mit gefährlichen Gegenständen gespickte Süßigkeiten entdeckt worden als im Vorjahr. Eine Recherche im Vorgangsverwaltungssystem der Polizei habe für das laufende Jahr 25 Fälle von Süßigkeiten mit Nadeln, Schrauben und Nägeln ergeben, teilte das bayerische Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Andere Gegenstände seien nicht abgefragt worden, die Dunkelziffer könne also noch deutlich höher sein.
Zwar hatten die Beamten auch schon in den Jahren 2024 und 2025 rund um Halloween entsprechende Fälle erfasst, wie das LKA mitteilte. Allerdings lagen die Zahlen im niedrigen einstelligen Bereich. Man könne also von einer deutlichen Zunahme sprechen - trotz aller Einschränkungen bei der Auswertung der Daten. Die Vorfälle in den vergangenen Tagen seien auch nicht regional begrenzt gewesen, sondern auf die Bereiche von sieben Präsidien verteilt.
Kinder prüften Süßigkeiten sicherheitshalber mit Magneten
Verletzte durch die manipulierten Süßigkeiten seien zunächst nicht gemeldet worden. Die gefährlichen Gegenstände seien vor oder während des Essens offenbar noch rechtzeitig entdeckt worden. In mehreren Fällen hätten die Kinder und Jugendlichen die Süßigkeiten mit einem Magneten überprüft, weil sie dazu ein Video auf Social-Media-Kanälen gesehen hatten.
Die Rolle sozialer Medien im Zusammenhang mit der gestiegenen Zahl an Vorfällen sei nicht eindeutig zu benennen, hieß es aus dem LKA. Es sei zwar nicht auszuschließen, dass entsprechende Trends oder Challenges Menschen dazu gebracht hätten, selbst Süßigkeiten zu präparieren.
Die Ermittler könnten aber auch nicht ausschließen, dass manche Meldungen über manipulierte Süßigkeiten nur für Aufmerksamkeit in sozialen Medien generiert worden seien. Eine besondere Häufung von Internet-Beiträgen, die eine Vermutung in die eine wie die andere Richtung nahelege, habe bisher nicht beobachtet werden können.
Weitere Fälle am Dienstag gemeldet
Auch am Dienstag hatte die Polizei weitere Fälle von mit Nadeln, Nägeln oder Metall gespickten Süßigkeiten in Bayern gemeldet - unter anderem in Unterfranken und in Niederbayern. Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich die Fälle in Bayern und auch in ganz Deutschland gehäuft.
Die Polizei ermittelt in allen Fällen wegen Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung - und ruft Eltern dazu auf, die Halloween-Süßigkeiten ihrer Kinder zu kontrollieren.