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Berlin & Brandenburg22-Jähriger vor Polizeiwache aus Fahrzeug angeschossen

28.09.2026, 11:18 Uhr
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Mitten in der Nacht wird vor einer Polizeiwache in Moabit aus einem fahrenden Fahrzeug geschossen. In einer Gruppe von mehreren Personen wird ein Mann verletzt.

Berlin (dpa/bb) - Aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug vor einem großen Polizeigelände in Berlin-Moabit ist ein Mann angeschossen und schwer verletzt worden. Der 22-Jährige erlitt in der Nacht eine Schussverletzung am Bein und wurde im Krankenhaus operiert, wie die Polizei mitteilte.

Als der Mann von dem Schuss getroffen wurde, stand er laut einer Polizeisprecherin in einer Gruppe von mehreren Personen auf dem Gehweg. Weitere Hintergründe zu der Tat in der Perleberger Straße seien noch unklar. Es gebe noch keine Hinweise zu einem Verdächtigen, teilte die Sprecherin mit. Die Kriminalpolizei ermittelt.

GdP: International agierende Banden in Berlin aktiv

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung. "Natürlich ist es nichts Neues, dass auf Berlins Straßen Schüsse fallen. Aber dass hier jemand einen Menschen direkt vor einem Polizeiabschnitt skrupellos niederschießt, zeigt eine Dimension, die niemand mehr schönreden kann."

International agierende Banden loteten in Berlin mit Waffengewalt Geschäftsfelder neu aus. "Wer hier von Abrüstung der Polizei spricht, hat den Verstand verloren", hieß es von der GdP in Richtung der Partei Die Linke, bei der das im Wahlprogramm steht.

Drohungen und Erpressungen gegen Geschäftsleute

Die Schusswaffengewalt in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. 2025 registrierte die Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch. Dazu zählen auch Drohungen ohne einen tatsächlichen Schuss. Die Täter stammen nach Erkenntnissen der Polizei zum Teil aus Kreisen der türkischen Mafia, die in mehreren europäischen Ländern Inhaber von Geschäften und Restaurants bedrohen und erpressen.

In Berlin hat das Landeskriminalamt mit seiner Sondereinheit "Ferrum" inzwischen weit mehr als 600 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Mehr als 4.000 Fahrzeuge und Hunderte Lokale und Geschäfte wurden überprüft. Mehrere hundert Menschen wurden laut Polizei im Rahmen der Maßnahmen vorübergehend festgenommen.

Quelle: dpa

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