HessenMissbrauchsverdacht in Kita: Angeklagter will sich einlassen

Ein ehemaliger Kita-Erzieher steht in Gießen vor Gericht. Der Vorwurf: sexueller Missbrauch von Kindern in 25 Fällen. Beim Prozessauftakt wird die Öffentlichkeit teilweise ausgeschlossen.
Gießen (dpa/lhe) - Als Erzieher in einer Kita soll er mehrere Kinder sexuell missbraucht und weit über 100.000 kinderpornografische Dateien besessen haben: Vor dem Gießener Landgericht hat der Prozess gegen einen 34 Jahre alten Angeklagten begonnen. Am ersten Verhandlungstermin kündigte der Verteidiger des Mannes an, dass sich sein Mandant bei der nächsten Sitzung zu den Vorwürfen einlassen wolle. Der Angeklagte selbst schwieg derweil und hörte mit auf dem Tisch verschränkten Händen zu.
Sexueller Missbrauch in 25 Fällen
Während der mutmaßlichen Taten arbeitete der Mann als Betreuer und Erzieher in einer Kindertagesstätte in Grebenhain (Vogelsbergkreis). Ihm wird unter anderem sexueller Missbrauch von schutzbefohlenen Kindern in 25 Fällen vorgeworfen, wobei er auch "entsprechendes Bildmaterial angefertigt" haben soll, wie die Staatsanwaltschaft vorab mitteilte. Außerdem soll er rund 150.000 kinderpornografische und etwa 33.000 jugendpornografische Bild- und Videodateien besessen haben.
Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger zeigte sich am Rande des Verhandlungstermins zuversichtlich. "Es gibt entsprechende Bild- und Videodateien und wir werden sehen, wie der Angeklagte sich einlässt", sagte er. "Momentan besteht aus Sicht der Staatsanwaltschaft aufgrund der aufgeführten Beweismittel ein ganz klarer Tatverdacht." Die Taten sollen sich demnach überwiegend zwischen 2023 und 2025 ereignet haben.
Der 34-Jährige war am Nachmittag mit Handschellen in den Gerichtssaal geführt worden. Dabei verdeckte er zunächst sein Gesicht und trug eine Kapuze.
Ausschluss der Öffentlichkeit
Während die Anklageschrift verlesen wurde, wurde die Öffentlichkeit aus dem Gerichtssaal ausgeschlossen. "Hier geht der Schutz der minderjährigen Kinder vor", sagte der Vorsitzende Richter. Die Verteidigung kündigte an, den Ausschluss der Öffentlichkeit auch für die Einlassung beantragen zu wollen.
Auf die Spur des Mannes waren Polizei und Staatsanwaltschaft durch Ermittlungen auf einschlägigen Portalen im Darknet gekommen. Sie ermittelten zunächst wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornographischer Inhalte gegen ihn. Doch als sie nach einer Durchsuchung das Material sichteten, kam der Missbrauchsverdacht hinzu. Im Februar wurde der ehemalige Erzieher dann in Untersuchungshaft genommen.