Niedersachsen & BremenWenn der Notarzt mit dem E-Auto kommt

Die Nachfrage nach E-Autos steigt, auch im Spezialfahrzeugbereich werden sie genutzt. In Rotenburg und Bremerhaven gibt es elektrisch betriebene Notarztwagen. Ist das die Zukunft?
Bremerhaven/Rotenburg (dpa/lni) - Passiert ein Unfall mit Schwerverletzten, ist es wichtig, dass der Rettungsdienst schnell vor Ort ist. Können das auch elektrisch betriebene Einsatzwagen leisten? Im Landkreis Rotenburg (Wümme) und bei der Feuerwehr in Bremerhaven ist man davon überzeugt. Dort steht zusätzlich zu den Notarzteinsatzfahrzeugen mit Verbrennermotoren jeweils ein elektrisch betriebener Wagen zur Verfügung. Es sind den Angaben zufolge die ersten Fahrzeuge dieser Art in Niedersachsen und Bremen.
2025 wurden so viele E-Autos in Niedersachsen und Bremen zugelassen wie nie zuvor: Es waren mehr als 70.000 reine Elektro-Pkw, wie der Landesverband Erneuerbare Energien mitteilt. Inzwischen gibt es auch einige Spezialfahrzeuge mit Elektromotoren, darunter Gefangenentransporter und Traktoren.
Geladen wird der Notarztwagen auf der Wache
Der ärztliche Leiter des Bremerhavener Rettungsdienstes, Mathias Ellerbeck, hatte sich für die Anschaffung des E-Fahrzeugs eingesetzt, unter anderem weil es leise ist und keine Abgase ausstößt. "In der Stadt fährt das Auto selten 100 Kilometer am Stück, sodass wir immer wieder eine Chance haben, zu laden", sagt er. Eine Reichweite von 250 Kilometern sei realistisch, sagt der technische Leiter Rainer Suhrhoff. Geladen werde auf der Wache.
"Als wir das Testfahrzeug hatten, gab es Leute, die wollten es partout nicht fahren", berichtet Ellerbeck. Sie hätten Befürchtungen in Bezug auf Reichweite und Handhabung gehabt. Diese seien aber widerlegt worden. Die medizinischen Geräte an Bord müssten ohnehin geladen werden. "Jetzt sind eben zwei Kabel dran", betont der Mediziner. Sollte es doch mal eng werden, stehe ein Verbrenner-Ersatz zur Verfügung. Vor der Anschaffung im August hatte die Feuerwehr zunächst einen Probewagen im Einsatz.
Auch andere Kommunen zeigen Interesse
In Rotenburg ist das E-Auto bereits seit Dezember 2025 für das Deutsche Rote Kreuz im Einsatz, zusätzlich zu vier Notarzteinsatzfahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Es war nach Angaben des Landkreises das erste seiner Art in Niedersachsen.
Bislang habe es weder Ladeengpässe noch besondere Vorfälle gegeben, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Andere Kommunen und Landkreise hätten sich bereits nach den Erfahrungen erkundigt.