Nordrhein-WestfalenZweieinhalb Jahre Haft nach tödlicher Flucht vor der Polizei

Nach einem Altstadtbesuch flüchtet eine betrunkene Fahrerin vor der Polizei – ihre beste Freundin stirbt bei der Verfolgungsjagd. Wie die 32-Jährige die Todesfahrt heute sieht.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Eine Autofahrerin rast der Polizei davon und prallt mit dem Wagen gegen einen Baum - ihre 42-jährige beste Freundin stirbt als Beifahrerin: Gut zwei Jahre nach dem schweren Unfall in Düsseldorf hat das Amtsgericht die Autofahrerin zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.
Die heute 32-jährige Frau aus Krefeld wurde schuldig gesprochen wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge, einer Trunkenheitsfahrt, wegen Verkehrsgefährdung sowie Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis. Da Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig.
Mit der Schuld leben
"Sie haben durch ihr Verhalten jemanden umgebracht und müssen jetzt damit leben", sagte die Vorsitzende Richterin. Zu Gunsten der Verurteilten wertete das Gericht, es sei nicht auszuschließen, dass sie aufgrund des Alkohol- und Amphetamin-Konsums zur Tatzeit nur vermindert schuldfähig gewesen sei.
Die 32-Jährige gestand die Tatvorwürfe vor Gericht in vollem Umfang: "Es tut mir leid, ich steh' auf jeden Fall gerade für die Sache", sagte sie. Sie sehe in der Haftstrafe auch eine Chance, mit sich ins Reine zu kommen, hatte ihr Verteidiger in der Verhandlung erklärt.
Der Anklage zufolge war die Frau im September 2024 am frühen Morgen nach einem Altstadtbesuch mit ihrer "besten Freundin" mit einem Mietwagen vor einer Polizeikontrolle geflohen und gegen einen Baum gerast. Sie überlebte schwer verletzt, ihre Freundin nicht.
Bis zu Tempo 150
"Unser Tacho zeigte Geschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern", sagte ein Polizist vor Gericht. Er hatte damals gemeinsam mit einem Kollegen das Fahrzeug der Angeklagten in der Altstadt kontrollieren wollen. Doch die Fahrerin habe "als mein Kollege den Wagen erreicht hatte, Gas gegeben". Bei der Verfolgungsjagd habe sie mehrere rote Ampeln ignoriert, bevor sie in einer Linkskurve die Kontrolle über den Wagen verloren habe.