SachsenYad-Vashem-Außenstelle in Leipzig soll 2027 in Betrieb gehen

Leipzig bekommt eine Außenstelle der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Bei einem Besuch sagt er Kultusminister, warum er die Bildungsarbeit weiter für unverzichtbar hält.
Leipzig (dpa/sn) - Die Außenstelle der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Leipzig soll im nächsten Jahr ihren Betrieb aufnehmen. Der Freistaat Sachsen arbeite derzeit mit Yad Vashem an einem Vertrag, sagte Kultusminister Conrad Clemens (CDU) bei einem Besuch der künftigen Bildungsstätte im Ariowitsch-Haus. Sachsen plane die Bildungsarbeit mit fünf Millionen Euro pro Jahr zu unterstützen.
Yad Vashem hatte im Mai bekanntgegeben, ihren ersten Ableger außerhalb Israels in Deutschland einzurichten. In München soll ein Bildungszentrum entstehen. Leipzig bekommt eine Außenstelle davon. Es sollen interaktive Lernräume für junge Menschen, aber auch für Lehrkräfte und andere Multiplikatoren entstehen.
Clemens: Heidenauer Entscheidung zu Stolpersteinen "unsäglich"
"Wir sehen, dass wir in Ostdeutschland besondere Herausforderungen beim Antisemitismus haben", sagte Clemens. "Wir haben natürlich hier einen starken Extremismus, Rechtsextremismus." Zudem habe zuletzt eine Entscheidung in Heidenau zur Verlegung sogenannter Stolpersteine gezeigt, "dass es weiterhin aktuell und wichtig ist, diese Bildungsarbeit zu machen".
Der Stadtrat von Heidenau hatte auf einen Antrag von AfD und CDU beschlossen, keine Stolpersteine mehr im öffentlichen Raum zu verlegen. Die Steine sollen die Erinnerung an die Vertreibung der Juden, der Sinti und Roma, der politisch Verfolgten sowie der Homosexuellen und anderer Gruppen lebendig halten.
Den Beschluss von Heidenau nannte Clemens unsäglich. "Es ist nicht zu erklären." Er legte gemeinsam mit Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) Blumen an acht Stolpersteinen unweit der geplanten Außenstelle von Yad Vashem nieder.