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ThüringenArbeitgeber zeichnen düsteres Bild vor Metall-Tarifrunde

27.10.2026, 12:15 Uhr
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Die Arbeitgeber sehen die Metallindustrie in einer schwierigen Lage und dämpfen damit indirekt die Erwartungen an die laufende Tarifrunde. Worum es am Mittwoch in Eisenach geht.

Erfurt (dpa/th) - Einen Tag vor der nächsten Tarifrunde hat der Thüringer Metall-Arbeitgeberverband auf die wirtschaftlichen Probleme der Metall- und Elektroindustrie verwiesen. Die Krise des Industriezweigs halte an, erklärte Verbandsgeschäftsführer Matthias Kreft in Erfurt.

"Während die Aufträge bei vielen Unternehmen zurückgehen, wird immer mehr Produktion ins Ausland verlagert. Dort finden die Betriebe häufig wettbewerbsfähigere Bedingungen vor." An diesem Mittwoch gehen die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Thüringer Metall- und Elektroindustrie in Eisenach in die nächste Runde.

Kreft verweise auf eine Blitzumfrage von Gesamtmetall, für die auch Firmen im Freistaat befragt wurden. Bundesweit sagten 42 Prozent der befragten Unternehmen, ihre neuen Aufträge lägen unter dem Vorjahresniveau, 23 Prozent verzeichnen einen Anstieg.

Zwei Drittel der Unternehmen erledigten ihre Aufträge ganz oder teilweise im Ausland - mit steigender Tendenz. 39 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als schlecht, weitere 40 Prozent als befriedigend. 85 Prozent rechneten im nächsten halben Jahr mit einem Verharren auf dem derzeitigen Niveau oder einer Verschlechterung. 42 Prozent der Betriebe planten nach der bundesweiten Umfrage in den kommenden Monaten einen weiteren Personalabbau, 12 Prozent wollen Beschäftigte einstellen.

Tarifparteien sollen Arbeitsplätze sichern

"Hohe Steuern, ausufernde Bürokratie sowie steigende Energie- und Arbeitskosten setzen die Unternehmen massiv unter Druck. Wir brauchen jetzt eine wirtschaftspolitische Trendumkehr statt weiterer Ankündigungen", erlangte der Thüringer Verbandsgeschäftsführer. Die Tarifparteien ständen in der Verantwortung, mit ihren Entscheidungen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und industrielle Standorte zu sichern.

Die Metall-Tarifrunde hatte Mitte Oktober in Thüringen begonnen. Die IG Metall erwartet nach eigenen Angaben in Eisenach ein Angebot der Arbeitgeber. Sie verhandelt für rund 28.000 Beschäftigte im Freistaat, die dem Flächentarifvertrag unterliegen. Er hat aber auch Auswirkungen für Tausende andere Arbeitnehmer, weil sich Unternehmenstarifverträge oft an ihm orientieren. Die Gewerkschaft verlangt Entgeltverbesserungen von fünf Prozent für die nächsten zwölf Monate. Die Arbeitgeber bezeichneten die Forderung als überzogen.

Quelle: dpa

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