Regionalnachrichten

ThüringenBUND: Gips recyceln statt neue Abbauflächen genehmigen

03.11.2026, 12:22 Uhr
image

Gips lässt sich laut BUND nahezu unbegrenzt wiederverwerten, doch es fehlen Sammelstellen und ein Umdenken. Was der Umweltverband von der Politik fordert.

Erfurt (dpa/th) - Der Umweltverband BUND Thüringen hält an seiner Forderung nach einem Ausstieg aus dem Naturgipsabbau bis 2045 im Freistaat fest. Der Abbau gehe mit erheblichen Eingriffen in wertvolle Naturräume - insbesondere in alte Buchenwälder - einher, teilte der BUND anlässlich der Thüringer Ressourcenkonferenz mit.

Der Gipsabbau im Harzvorland bei Nordhausen steht seit Jahren in der Kritik vor allem von Umwelt- und Naturschutzverbänden. BUND-Landesgeschäftsführer Sebastian König verlangte, Gips konsequent wiederzuverwerten, statt neue Flächen für den Abbau zu genehmigen.

Gips lasse sich nahezu unbegrenzt recyceln, erklärte König. Die technischen Möglichkeiten dafür gebe es bereits. Was fehle, seien die notwendigen Strukturen wie mehr Sammelstellen für Gipsabfälle und ein konsequentes Umdenken. Voraussetzung dafür sei der politische Wille, den Wandel voranzutreiben. Das Thüringer Umweltministerium will bestimmte Rohstoffe wie Gips ersetzen. Eine Rohstoff-Strategie soll 2027 vorliegen, teilte das Ministerium Ende Oktober mit. Dabei geht es auch um eine nachhaltige Rohstoffgewinnung und mehr Recycling.

Laut dem BUND wird Gips in Thüringen an acht Steinbrüchen abgebaut. Rund zwölf Prozent des in Deutschland verbauten Gipses stammten demnach aus dem Freistaat.

Quelle: dpa

Regionales