Stark fallende Ölpreise sind Balsam für den Dax
Die Hoffnung der Anleger auf eine Entspannung zwischen den USA und wichtigen Partnern haben am deutschen Aktienmarkt für steigende Aktienkurse gesorgt. Der Dax legte um 1,1 Prozent zu und ging mit 25.575 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte 1,4 Prozent höher bei 6322 Stellen. "Der Rückgang der Ölpreise nimmt etwas Druck vom Sorgenkessel", sagte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader. "Für Anleger ist dies eine willkommene Atempause." Die Preise für Nordsee-Rohöl Brent und US-Leichtöl WTI gaben kräftig nach.
US-Präsident Donald Trump hatte sich offen für ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian gezeigt. "Es scheint, dass ein Teil der Risikoprämie aus den Ölpreisen genommen wird, weil die Hoffnung auf einen diplomatischen Weg zur Deeskalation des US-Iran-Konflikts wächst", sagte Tim Waterer, Chefanalyst beim Broker KCM. Zudem hätten sich die Ölexporte aus Saudi-Arabien trotz der Angriffe der Huthi-Miliz auf eine wichtige Pipeline im Zuge des Nahostkonflikts überraschend stark entwickelt, schrieben die Analysten von JPMorgan.
Die Anleger blickten zugleich auf die deutsche Politik. "Die politische Situation in Deutschland ist nach den neuen Wahlergebnissen eher instabiler als berechenbarer geworden", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. Die AfD lag in Mecklenburg-Vorpommern vor der SPD. In Berlin gewann die Linke die Wahl zum Abgeordnetenhaus deutlich. "Sollten die Ergebnisse der Landtagswahlen tatsächlich bundespolitische Folgen haben, wäre auch ein Einfluss auf Aktienkurse und Zinsen wahrscheinlich", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.
Die Aktien von Immobilienunternehmen hielten sich nach dem Ergebnis aber wacker. Deutsche Wohnen gewannen sogar 0,5 Prozent. Vonovia und TAG Immobilien verloren je 1,2 Prozent. Linke-Spitzenkandidatin und Wahlsiegerin Elif Eralp will hart durchgreifen gegen Spekulationen auf dem Wohnungsmarkt. Dies kommt laut einem Händler jedoch nicht überraschend, und die Sorgen über negative Entwicklungen vor allem für Deutsche Wohnen und Vonovia dürften teilweise eingepreist sein.
Krypto im Mainstream angekommen
Der Bitcoin zeigt sich nach seiner jüngsten Erholung weiter im Aufwärtsmodus. Welche Faktoren den Kryptomarkt derzeit stützen und wie Anleger sich am Kryptomarkt engagieren können, darüber spricht Patrick Dewayne jetzt mit Stijn Vander Straeten von Crypto Finance.
Bilfinger-Auftragseingang könnte von Ölpreisrückgang profitieren
Nach der Prognosesenkung von Bilfinger hat Berenberg die Schätzungen überarbeitet und das Kursziel gesenkt. Aktuell sehen die Analysten nichts, was der Aktie einen Schub geben könnte. Um eine positivere Empfehlung aussprechen zu können, müsste sich zunächst die operative Entwicklung bei Bilfinger verbessern. Hinweise auf eine sich anbahnende Verbesserung könnte der Auftragseingang im dritten Quartal geben. Dieser könnte von einem niedrigeren Ölpreis profitieren, heißt es.
Bitcoin schießt nach oben
Der Bitcoin steigt. Die Kryptowährung kostet 85.236,78 Dollar und damit fünf Prozent mehr. Der Bitcoin nimmt damit Kurs auf die Marke von 90.000 Dollar.
Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine fünfjährige Ausnahmeregelung für Plattformen eingeführt, die den Handel mit tokenisierten Aktien und anderen Wertpapieren mittels Blockchain-Technologie ermöglichen. Diese Maßnahme habe die Erwartungen auf eine weitere Integration der traditionellen Finanzmärkte und der um digitale Vermögenswerte herum aufgebauten Infrastruktur geweckt, erklärt Antonio Di Giacomo von XS.com.
Wall Street freundlich - Ölpreisrückgang stützt
Die US-Börsen starten mit freundlicher Tendenz in die neue Woche, nachdem Ölpreis und Marktzinsen gesunken sind. Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,4 Prozent auf 51.874 Punkte. Der S&P-500 gewinnt 0,6 und der Nasdaq-Composite 0,9 Prozent. Es gebe Hinweise darauf, dass Öltanker die Straße von Hormus passierten, berichten Marktteilnehmer, die überdies auf die Wiederaufnahme diplomatischer Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs verweisen.
Der niedrigere Ölpreis lindert Inflationssorgen und drückt am Anleihemarkt die Renditen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen sinkt um drei Basispunkte auf 4,96 Prozent. Der Dollar tendiert behauptet. Devisenhändler sehen den Greenback weiter unterstützt durch die Zinserhöhung der US-Notenbank in der vergangenen Woche.
ING-Experten zu anstehenden Zinsentscheidungen von EZB und Fed
Volkswirte der ING haben nach den jüngsten Zinsentscheidungen von Federal Reserve und Europäischer Zentralbank (EZB) ihre Prognosen für den weiteren Zinskurs der beiden Zentralbanken angepasst. "Es scheint, dass die Fed sich zunehmend darauf konzentriert, das Tempo zu beschleunigen, mit dem sich die Inflation dem Zwei-Prozent-Ziel annähert", schreiben sie in einem Kommentar. Dahinter stehe die Sorge, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die von Energiepreisen beeinflussten Komponenten länger auf einem erhöhten Niveau halten könnte und das Risiko breiterer Kostensteigerungen bergen würde, wenn dem nicht entgegengewirkt werde. "Wir gehen nun davon aus, dass dies mindestens eine weitere Zinserhöhung bedeutet", schreiben sie und tippen auf Dezember.
Bayer verkauft Krebsmedikament
Bayer veräußert die Rechte an seinem Krebsmedikament Stivarga an Grünenthal. Wie das Aachener Pharmaunternehmen mitteilte, zahlt es für das orale Medikament zur Behandlung bestimmter fortgeschrittener Krebserkrankungen bis zu 375 Millionen Euro. Der Abschluss der Akquisition wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.
Das Medikament, das seinen Patentschutz in der EU 2029 und in den USA ein Jahr später verlieren wird, ist zugelassen zur Behandlung von metastasiertem kolorektalem Karzinom, hepatozellulärem Karzinom und gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) bei Patienten, die bereits mit anderen verfügbaren Therapien behandelt wurden oder bei denen diese nicht angewendet werden können. Es ist in mehr als 90 Märkten zugelassen und erhältlich.
Deal über US-Militärpräsenz lässt Aktien mit Grönland-Bezug hochschnellen
Die Aussicht auf eine erweiterte US-Militärpräsenz in Grönland gibt den Aktien von US-Unternehmen mit Bezug zu der Insel Auftrieb. Die Papiere des Öl-Explorationsunternehmens Greenland Energy, des Mineralienentwicklers Greenland Mines und des Seltene-Erden-Förderers Critical Metals schießen im vorbörslichen US-Handel um rund 25 bis 160 Prozent nach oben. Die USA, Dänemark und Grönland hatten am Freitag eine Vereinbarung bekannt gegeben, die es den USA erlaubt, ihre militärische Präsenz in dem autonomen dänischen Gebiet auszubauen. US-Präsident Donald Trump schrieb auf der Plattform Truth Social, das Abkommen werde Gegner der USA daran hindern, eigene Stützpunkte auf der Insel zu errichten.
Schweizer Telekomkonzern Sunrise baut Stellen ab
Der Schweizer Telekomkonzern Sunrise Communications will bis zu 450 Vollzeitstellen streichen. Mit dem mehrjährigen Umbau will Sunrise mittelfristig die Kosten erheblich senken, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Zudem sollen Zulieferverträge überprüft werden. Wie das Unternehmen mit rund 2900 Vollzeitbeschäftigten weiter mitteilte, sollen durch eine Neuausrichtung der Betriebsstruktur Wachstumschancen und Innovationen einfacher angestoßen, schneller entwickelt und auf breiter Basis umgesetzt werden. Ein Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmervertretung und der Gewerkschaft Syndicom soll im vierten Quartal 2026 stattfinden. Dabei sollen Mitarbeiter in den Filialen, im Vertrieb und im Kundendienst sowie Lernende weitgehend oder ganz vom Stellenabbau ausgenommen werden. Erst im Frühjahr hatte Sunrise 147 Stellen abgebaut.
Berentzen wird amerikanisch - Aktie geht durch die Decke
Der Getränkehersteller Berentzen wird von dem US-Sprirituosenkonzern Sazerac übernommen. Wie das US-Unternehmen mitteilte, haben sich beide Parteien auf einen Zusammenschluss verständigt. Sazerac zahlt in einem freiwilligen Übernahmeangebot 5,55 Euro je Aktie in bar. Die Aktie war am Freitag mit 4,53 Euro aus dem Handel gegangen. Berentzen hatte vergangene Woche über die Verhandlungen informiert.
Das Angebot entspricht einer Prämie von rund 68 Prozent auf den unbeeinflussten, volumengewichteten Durchschnittskurs der Aktie in den drei Monaten vor dem 16. September 2026. Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie. Der Vollzug wird für das vierte Quartal erwartet. Berentzen soll dann von der Börse genommen werden. Momentan schießt die Aktie um 21,4 Protent hoch.
Mittelfristziele von Novo Nordisk überzeugen nicht - Aktie schmiert ab
Die auf dem Kapitalmarkttag von Novo Nordisk genannten Mittelfristziele reichen den Anlegern nicht und schicken die Aktie auf Talfahrt - sie verliert 4,7 Prozent. Wie JPMorgan anmerkt, prognostiziert der Konzern für den Zeitraum 2026 bis 2030 ein Umsatzwachstum (CAGR), das im Einklang mit dem der Branchenmitbewerber stehe.
Nehme man den Mittelwert der Umsatzprognose von Novo für 2026 als Basis und lege eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 3,7 Prozent für 2026 bis 2030 zugrunde, impliziere das einen geschätzten Umsatz von 340 Milliarden Kronen bis 2030. Das liege aber 6 Prozent unter dem Bloomberg-Konsens von 362 Milliarden für Novo Nordisk.
Steigende Zinsen sind Thema am Geldmarkt
Der europäische Geldmarkt startet unspektakulär in die neue Woche. Zunehmend setzt sich die Meinung durch, dass sowohl die EZB wie auch die US-Notenbank angesichts der Inflationsgefahren die Leitzinsen bis zum Jahresende noch einmal um 25 Basispunkte anheben werden. An den Märkten wird aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 53 Prozent eingepreist, dass die Fed die Leitzinsen sogar bereits auf ihrer nächsten Sitzung im Oktober erhöhen könnte.
Tagesgeld: 2,43 - 2,48 (2,35 - 2,55), Wochengeld: 2,38 - 2,60 (2,39 - 2,60), 1-Monats-Geld: 2,46 - 2,71 (2,46 - 2,71), 3-Monats-Geld: 2,46 - 2,81 (2,62 - 2,82), 6-Monats-Geld: 2,94 - 3,08 (2,95 - 3,08), 12-Monats-Geld: 3,26 - 3,43 (3,11 - 3,26), Euribors: 18.09. 17.09. 3 Monate: 2,620 (2,633), 6 Monate: 2,978 (2,962), 12 Monate: 3,343 (3,345)
Porsche-Chef dementiert Spekulation über weiteren Stellenabbau
Porsche hat einen Medienbericht über den Abbau zusätzlicher Tausender Stellen über die beschlossene Streichung von 5000 Jobs hinaus zurückgewiesen. "Der Abbau von weiteren 4000 Stellen bei Porsche ist nicht geplant", sagte Vorstandschef Michael Leiters in einer internen Veröffentlichung des Unternehmens, die Reuters vorlag. "Unser Zukunftspaket basiert auf sorgfältig getroffenen und mit unseren Arbeitnehmervertretern verhandelten Entscheidungen. Es beläuft sich auf 5000 Stellen, weder mehr noch weniger." Das "Handelsblatt" hatte am Wochenende mit Verweis auf Unterlagen des Aufsichtsrats des Mutterkonzerns Volkswagen berichtet, womöglich sollten weitere 4000 Stellen wegfallen.
Dax rappelt sich auf
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat seine Gewinne weiter ausbauen können. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 1,1 Prozent höher bei 25.586 Punkten. Am Freitag hatte der Dax 1,6 Prozent verloren. Der EuroStoxx50 stieg um 1,3 Prozent auf 6318 Stellen. Der Euro lag kaum verändert bei 1,1481 US-Dollar.
"Überall brennt gerade die Hütte"
IG-Metall-Chefin Christiane Benner hat die Vorstände der deutschen Autoindustrie kritisiert und mehr Verantwortung für Beschäftigte und Standorte gefordert. "Wie hier bei VW versammeln sich heute überall im Land Beschäftigte der Automobil- und Zuliefererindustrie, um Arbeitgebern und Politik zu zeigen, dass es ihnen reicht", sagte Benner laut Mitteilung bei einer Aktion im VW-Stammwerk in Wolfsburg. "Überall brennt gerade die Hütte."
Unternehmen wie Volkswagen, BMW, Audi, Bosch, Mercedes und Porsche hätten für tolle Autos und gute Qualität gestanden, die in die ganze Welt exportiert worden sei. Die Beschäftigten seien stolz gewesen, für diese Unternehmen zu arbeiten. "Jetzt fahren Vorstände die Branche mit Vollgas gegen die Wand und begehen danach Fahrerflucht", kritisierte Benner.
Immobilienwerte rot - Linken-Sieg in Berlin spielt mit rein
Der Sieg der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat Auswirkungen auf den Immobiliensektor. Vonovia verlieren 1,7 Prozent, LEG Immobilien 0,8 Prozent. Deutsche Wohnen verbilligen sich um 0,7 Prozent.
Goldpreis fällt
Gold gibt leicht nach. Eine Feinunze kostet 4353,42 US-Dollar und damit etwa 0,6 Prozent weniger. Die Preise könnten angesichts der Erwartungen einer strafferen US-Geldpolitik unter Druck bleiben, da die Märkte eine weitere Zinserhöhung für das Jahr 2026 und eine weitere für 2027 einpreisen, wie Konstantinos Chrysikos von Kudo.com kommentiert. Händler würden in diesem Jahr die großen Zentralbanken und die Fed weiterhin auf weitere Signale für eine geldpolitische Straffung beobachten. "Jede entschlossene Botschaft könnte die Renditen in die Höhe treiben und Gold unter Druck setzen, während eine sanftere Prognose eine Erholung begünstigen könnte", sagt er. Höhere Zinsen verringern typischerweise die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls.
Was den Dax so widerstandsfähig macht
Eine anziehende Inflation und steigende Zinsen, von geopolitischen Spannungen nach oben getriebene Ölpreise: All das wirkt sich ganz direkt an den Börsen aus. Erstaunlicherweise hält sich der Dax aber immer noch recht stabil. Und sogar Rücksetzer werden nicht selten schnell wieder aufgeholt. Ob die Korrektur schon vorbei ist oder gerade erst begonnen hat, darüber diskutiert Friedhelm Tilgen mit Volker Meinel von der BNP Paribas, Andreas Woelfl von iMaps, und Tim Oechsner von Steubing.
Eurozone-Anleiherenditen auf dem Rückzug
Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone geben im frühen Handel nach und folgen damit den niedrigeren Renditen von US-Staatsanleihen, unterstützt durch sinkende Ölpreise. "Die Anleihemärkte haben einen kritischen Punkt erreicht. Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich der Markt nach ersten Anzeichen einer veränderten Dynamik wieder stabilisieren kann", schreibt Rainer Guntermann von der Commerzbank in einer Research Note. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fällt laut Tradeweb um 5,9 Basispunkte auf 3,472 Prozent, während die Rendite der zehnjährigen französischen OAT um 9,3 Basispunkte auf 4,487 Prozent sinkt.
Meyer: Berliner Enteignungs-Pläne schaden Vonovia-Aktie
Mit dem Sieg der Linken in Berlin rückt die Debatte um Enteignung und Vergesellschaftung wieder näher. Für Vonovia bleibt das ein politisches Damoklesschwert. Dem Mietmarkt hilft das womöglich nicht, sagt ntv-Börsenexperte Frank Meyer.
Kann Nagel Lagarde beerben?
Die Bundesregierung wird offenbar Bundesbank-Präsident Joachim Nagel mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für das Präsidentenamt der Europäischen Zentralbank (EZB) vorschlagen. Nagel würden im Kanzleramt kaum Chancen eingeräumt, zudem gebe es in der CDU offenbar Vorbehalte gegen ihn, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf mit dem Vorgang vertrauten Personen. Der Vertrag der amtierenden EZB-Chefin Christine Lagarde endet im Oktober 2027.
Frankreich würde den Niederländer Klaas Knot als Nachfolger von EZB-Chefin Christine Lagarde an der Spitze der EZB unterstützen, sofern der einflussreiche Posten des EZB-Chefvolkswirts an Frankreich gehe, wie Insider jüngst der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Dieser informelle Vorschlag werde vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron mitgetragen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen.
Dax versucht die Gegenreaktion
Der Dax startet freundlich in das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.480 Punkten. Ins Wochenende hatte er sich mit einem Stand von 25.304 Zählern verabschiedet. Stützend wirkt ein fallender Ölpreis. Zudem stimmten anziehende Kurse bei südkoreanischen Chip-Aktien die Anleger positiv.
Amazon schließt Logistik-Deal
Amazon sichert sich im Rahmen einer langfristigen Logistikpartnerschaft eine Kaufoption auf Aktien von Kühne+Nagel. Die Ausübung dieser Option sei an kommerzielle Meilensteine und die Erbringung von Dienstleistungen über einen Zeitraum von sieben Jahren geknüpft, teilte der Schweizer Logistikkonzern mit. Die Option könne in bar oder nach Wahl von Amazon in Aktien ausgeübt werden. Zur Absicherung der Transaktionsstruktur habe Kühne+Nagel einen externen Finanzdienstleister für Hedging-Geschäfte mandatiert.
Die strategische Zusammenarbeit solle die bestehende Geschäftsbeziehung vertiefen und das Dienstleistungsportfolio für Amazon ausbauen. Sie umfasst unter anderem Logistikdienstleistungen für die Infrastruktur der Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) – vom Bau und der Inbetriebnahme von Anlagen bis hin zur laufenden Wartung.
Tokio feiert – Asien-Anleger erwarten Großes
Vor dem Hintergrund weiter fallender Ölpreise überwiegen an den Börsen in Ostasien moderate Aufschläge. Die anfänglichen Bedenken hinsichtlich längerer Unterbrechungen der Rohöl-Pipeline-Flüsse aus Saudi-Arabien schienen sich weiter zu verringern, erklären die Analysten von ANZ Research mit Verweis auf Berichte, wonach Riad erwartet, dass die Ost-West-Pipeline innerhalb weniger Tage etwa die Hälfte ihrer Kapazität wieder aufnehmen werde. Brent-Öl verbilligt sich um rund 2 Prozent auf unter 102 Dollar.
Während in Japan das Börsengeschäft wegen Feiertagen bis einschließlich Mittwoch ruht, legt der technologielastige Kospi in Seoul um 1,8 Prozent zu. Nach oben geht es auch in Shanghai und in Hongkong und zwar um je 0,6 Prozent.
Für zuversichtliche Stimmung insbesondere an den chinesischen Börsen sorgt das Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping am Donnerstag in Washington. Gespräche am Wochenende in New York zwischen dem US-Finanzminister Scott Bessent und dem chinesischen Vizepremier He Lifeng seien von beiden Seiten als positiv beschrieben worden, heißt es im Handel. Bei dem Gipfel am Donnerstag wird erwartet, dass die Verlängerung eines Handelsfriedens zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt im Mittelpunkt stehen wird mit Themen wie Zölle, Exporte seltener Erden und Technologiekontrollen.
Was folgt nach dem Abverkauf?
Nach dem Abverkauf am Freitag dürften Europas Börsen mit Aufschlägen in den heutigen Handel starten. Stützend wirken nachgebende Ölpreise; Brent notiert am Morgen bei 101,75 Dollar das Fass - ein Minus von 2 Prozent, WTI geht sogar bei unter 99 Dollar um. Von einer echten Entspannung für die Börsen kann aber keine Rede sein. Die Rendite der 10-jährigen Treaesurys liegt weiter auf dem kritischen Niveau von 5 Prozent.
Abzuwarten bleibt auch die Reaktion am französischen Aktienmarkt auf die Herunterstufung der Länder-Bonität durch Scope auf "A+" von "AA-" bei einem stabilen Ausblick. Begründet wurde die Herabstufung mit der anhaltenden Verschlechterung der Haushaltsaussichten, gekennzeichnet durch eine steigende Staatsverschuldung, anhaltend hohe Haushaltsdefizite und geringe Fortschritte bei Strukturreformen. Die Abstufung könnte die Risikoprämien auf französische Staatsschulden weiter treiben.
Endlich Entspannung am Ölmarkt?
Am Rohstoffmarkt geben die Ölpreise etwas nach. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 2,1 Prozent auf 101,72 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 2,2 Prozent schwächer bei 98,10 Dollar.
Händler verweisen auf Berichte, wonach trotz des Konflikts am Golf mehr Öl aus dem Nahen Osten auf den Markt gelangt als bisher angenommen. Admiral Brad Cooper, Leiter des US-Zentralkommandos, sagte am Wochenende, das Volumen von Rohöl, Fracht und Flüssigerdgas habe in den vergangenen zwei Wochen den höchsten Stand der letzten sechs Monate erreicht. "Die Schließung der Ost-West-Pipeline hat den Zustand des Ölmarktes wesentlich verändert", sagte Vivek Dhar, Rohstoffexperte bei der CBA. "Wir schätzen jetzt, dass die Öl- und Raffinerieproduktbestände weltweit in fünf bis zehn Wochen zur Neige gehen. Noch vor zwei Wochen waren wir von 15 bis 20 Wochen ausgegangen."
Ein Hoffnungsschimmer von der Bundesbank?
Die Bundesbank legt heute ihren Monatsbericht vor. Darin wird unter anderem die konjunkturelle Lage in Deutschland beleuchtet. Die Wirtschaft hatte sich im Frühjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg recht gut geschlagen: Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni dank höherer Exporte um 0,3 Prozent zum Vorquartal. Angesichts zuletzt aufgehellter Konjunkturperspektiven haben viele Forschungsinstitute ihre Prognosen für das laufende Jahr nach oben korrigiert.
Im deutschen Autosektor brodelt's
Überkapazitäten, Jobabbau, wachsende Konkurrenz aus China: Die deutsche Auto-Industrie steckt in der Krise. Ganze Autofabriken mit Tausenden Jobs stehen vor einer ungewissen Zukunft und Errungenschaften wie die 35-Stunden-Woche werden zunehmend infrage gestellt. Dagegen trommelt die Gewerkschaft IG Metall heute bundesweit zu Protesten.
Ob Wolfsburg, Zwickau, Stuttgart, Saarbrücken oder das Ruhrgebiet: In allen Bundesländern hat die IG Metall Beschäftigte von Autoherstellern und Zulieferern aufgerufen, ein deutliches Zeichen zu setzen. Das Motto lautet: "Zukunft statt Kahlschlag - Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke". Den Angaben nach soll es verschiedene Aktionen an mehr als 200 Orten geben. Dazu zählen interne Betriebsversammlungen in Unternehmen, aktive Mittagspausen, Sternmärsche und öffentliche Kundgebungen. Die Gewerkschaft erwartet, dass sich mehr als 100.000 Menschen beteiligen.
Beklagt wird, dass vor allem die Mitarbeiter die Folgen der Branchenkrise tragen müssten. "Wir erleben momentan einen beispiellosen Angriff auf die Beschäftigten in der Automobilindustrie", hatte IG Metall-Chefin Christiane Benner mit Blick auf den Aktionstag erklärt. Das müsse aufhören. Nicht nur, dass Autohersteller und Zulieferer hierzulande bereits Tausende Jobs abgebaut hätten. Die Gewerkschaft befürchtet auch weitere Einschnitte für die Beschäftigten und fordert: "Finger weg von der 35-Stunden-Woche!"
Asien-Börsen im Aufwind
Die Hoffnung auf eine ungebrochene Nachfrage nach Chips für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) gibt den asiatischen Aktienmärkten Auftrieb und lässt insbesondere die Kurse von Chipherstellern steigen. Der Handel verläuft wegen eines Feiertags in Japan jedoch in ruhigen Bahnen.
An den Anleihemärkten herrscht unterdessen Anspannung, nachdem falkenhafte Äußerungen der US-Notenbank Fed in der Vorwoche die Zinserwartungen nach oben getrieben hatten. Die Futures preisen eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung im Oktober ein, ein Schritt bis zum Jahresende gilt als ausgemacht. "Straffungszyklen sind in der Regel zu Beginn konzentriert, und die Fed hört fast nie nach einer einzigen Anhebung auf", so die Analysten der Bank of America (BofA) in einer Analyse. "Daher halten wir an unserer Prognose von nur zwei weiteren Zinserhöhungen im Oktober und Dezember fest."
Die Shanghaier Börse tendiert fester. Der dortige Leitindex gewinnt 0,5 Prozent auf 3.932,42 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt um 0,4 Prozent auf 4523,87 Punkte.
Ökonomen kritisieren Tankrabatt
Die Wirtschaftsexperten Marcel Fratzscher und Clemens Fuest kritisieren die von der Bundesregierung geplanten Schritte zur Spritpreissenkung scharf. "Der erneute Tankrabatt ist teuer, sozial ungerecht und ökonomisch kontraproduktiv", sagte Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dem "Handelsblatt". "Er kostet Geld, das die Bundesregierung nicht hat, und bedeutet letztlich eine Umverteilung von Arm zu Reich." Auch die Erwartungen an den Spritpreisdeckel seien unrealistisch. Dieser dürfte nicht zu dauerhaft geringeren Spritpreisen führen.
Ähnlich äußerte sich IFO-Präsident Fuest. "Die Senkung der Mineralölsteuer halte ich für einen Fehler", sagte der Präsident des IFO-Instituts der Zeitung. Wenn höhere Preise Knappheiten signalisierten, sei es "kontraproduktiv, diese Signale auszuschalten". Auch könne der Staat die höheren Kosten für importierte Energie "nicht aus der Welt schaffen, er kann sie nur umverteilen". Wenn die Politik Lasten umverteilen wolle, müssten die Instrumente zielgenau sein.
Fratzscher fordert stattdessen direkte Zahlungen an die Bürger. "Eine Transferzahlung wie die Energiepreispauschale von 300 Euro pro Erwachsenen von 2022 ist der einzig kluge und effektive Weg", sagte er. "Dafür scheint der Bundesregierung jedoch das Geld zu fehlen, da man sich nicht auf Steuererhöhungen oder den Abbau von Subventionen zur Gegenfinanzierung einigen kann." Fuest erklärte, eine einkommensabhängige Direktzahlung sei das bessere Instrument. Für Fernpendler könne die steuerliche Kilometerpauschale ab einer bestimmten Entfernung erhöht werden.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 156,79 Yen und legt leicht auf 6,6956 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,8227 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1480 Dollar und zieht leicht auf 0,9443 Franken an. Als wichtiger Termin für die Märkte gilt das für Donnerstag geplante Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.
Störung bei Facebook und Instagram
Die zum Meta-Konzern gehörenden sozialen Netzwerke Facebook und Instagram sind in den USA bei Tausenden Nutzern ausgefallen. Dies ging aus Daten der auf Störungsmeldungen spezialisierten Website Downdetector.com hervor. Bis gegen 21.00 Uhr US-Ostküstenzeit (ET) wurden demnach mehr als 17.000 Störungsmeldungen für Facebook und über 5000 für Instagram verzeichnet. Die Website sammelt Störungsmeldungen von Nutzern, weshalb die tatsächliche Zahl der Betroffenen deutlich höher liegen dürfte.
"Higher für longer" als Kontraindikator
Das Rätseln über die Geldpolitik und den Nahost-Konflikt dürfte in dieser Börsenwoche weitergehen. In der alten Woche sorgten die Entschlossenheit der US-Notenbank Fed und ein leichter Rückgang bei den Energiepreisen für etwas Stabilisierung am Markt. "Dem Zinsentscheid der US-Notenbank in der Wochenmitte kam spezielle Bedeutung zu, weil der neue Notenbankchef im Vorfeld in die Kritik geraten war, nicht ausreichend auf die Preisstabilität zu achten", sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Der geldpolitische Schlüsselsatz in den USA wurde um einen Viertelprozentpunkt angehoben. In ihrem Zinsausblick signalisierten die Währungshüter zudem, dass sie die Zügel noch ein weiteres Mal anzuziehen gedenken. "Eine glaubwürdige Zentralbank reduziert das Risiko noch stärkerer Zinserhöhungen zu einem späteren Zeitpunkt", erläutert Gerhard Winzer, Chefvolkswirt bei Erste Asset Management. "'Higher for longer' ist daher nicht nur eine Belastung für die Finanzmärkte. Es ist auch ein notwendiges Stabilitätssignal."
Allerdings wäre es verfrüht, in Euphorie zu verfallen, schreiben die Experten der Helaba. Nordsee-Rohöl Brent verbilligte sich auf Wochensicht zwar um rund ein Prozent, nachdem Saudi-Arabien in Aussicht gestellt hatte, seine beschädigte Ost-West-Pipeline innerhalb weniger Tage mit halber Kapazität wieder hochzufahren. "Dennoch stellen die hohen Energiepreise bereits jetzt für die Weltwirtschaft eine Herausforderung dar - ebenso wie die jüngst wieder aufgeflammten Zolldiskussionen zwischen den USA und der EU", hieß es im Helaba-Bericht. Der Dax schloss am Freitag mit 25.304 Punkten mehr als ein Prozent unter dem Vorwochenschluss.
Nachdem sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die Fed mit ihren jüngsten Leitzinserhöhungen auf die steigende Inflation reagiert haben, rückt nun der Konjunkturtrend wieder in den Fokus. "Zahlreiche Frühindikatoren werden in dieser Woche zeigen, wie stabil der Wachstumstrend diesseits wie jenseits des Atlantiks derzeit wirklich ist", sagt Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. "Noch sieht es eher nach einer kleinen Konjunkturdelle aus - doch umso länger die Energiepreise aufgrund des anhaltenden Iran-Kriegs hoch bleiben, desto größer das Risiko für einen stärkeren Konjunkturdämpfer als heute weithin erwartet." Die Konjunkturdatenwoche eröffnen am Dienstag die Daten zum Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im September.
Auf der Unternehmensseite behalten die Anleger weiter vor allem den Technologiesektor im Blick. Sorgen der Anleger über eine mögliche Abschwächung des Entwicklungstempos bei Künstlicher Intelligenz (KI) belasteten zuletzt die Aktienkurse.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.








