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Baden-WürttembergManipulierte Süßigkeiten - weitere Fälle, keine Täter

03.11.2026, 15:13 Uhr
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(Foto: Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa)

Bei Halloween-Süßigkeiten dürfte jedem der Appetit vergangen sein. Die Meldungen über mit Nadeln und ähnlichem versehene Bonbons oder Schokoriegel reißen nicht ab. Was dahintersteckt, ist unklar.

Schorndorf/Illingen (dpa/lsw) - Stecknadeln, Nähnadeln, metallische Gegenstände - im Südwesten sind weitere Vorfälle mit manipulierten Halloween-Süßigkeiten bekanntgeworden. Ein neunjähriges Mädchen entdeckte demnach in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) eine Nadel in einem Marshmallow, wie die Polizei mitteilte.

Das Kind war am 31. Oktober mit seinem Vater unterwegs, um Süßigkeiten zu sammeln. Zwei Tage später fand es beim Öffnen einer Packung die kleine Nadel. Das Mädchen blieb unverletzt. Woher die Süßigkeit stammt, ist noch nicht geklärt.

In Leutkirch (Kreis Ravensburg) wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt, nachdem ein Zehnjähriger auf eine in einem Schokoriegel steckende Nadel biss. Auch er hatte die Süßigkeit am Halloweenabend eingesammelt, wie die Polizei berichtete.

Ermittlungen gegen Unbekannt

Eine Mutter fand nach Halloween überdies in Illingen (Enzkreis) ebenfalls eine Nadel in einem Schokoriegel. Diese war laut Polizei dem Anschein nach von außen in die Verpackung eingeschoben. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt wegen des Anfangsverdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung.

Seit dem Wochenende und am Montag waren mehrere Meldungen bei der Polizei eingegangen, denen zufolge in bei Halloween gesammelten Bonbons, Schokowaffeln oder Schokoriegel Nadeln, Nägel und andere Metallgegenstände entdeckt worden waren.

4,5 Zentimeter lange Nadeln

Beim Polizeiposten Bad Rappenau (Landkreis Heilbronn) etwa waren zwei solche Fälle angezeigt worden, in denen Stecknadeln in Kaubonbons eines bekannten Herstellers und im anderen Fall in einem Schokoriegel entdeckt worden waren. Besonders tückisch: Von außen waren die Nadeln nicht sichtbar gewesen. In Rielasingen-Worblingen (Landkreis Konstanz) enthielten einzeln verpackte Waffelschnitten 4,5 Zentimeter lange Nadeln, wie eine Polizeisprecherin sagte. Verdächtige konnten bisher nicht ermittelt werden.

Auch etwa in den Landkreisen Esslingen sowie im Rhein-Neckar-Kreis waren Nadeln und andere Fremdkörper in Süßigkeiten entdeckt worden. Verletzt wurde im Südwesten bisher niemand.

LKA liegen sechs Fälle vor

Dem Landeskriminalamt (LKA) Stuttgart liegen nach Angaben einer Sprecherin derzeit sechs Fälle aus sechs Polizeipräsidien vor. Diese würden "aktuell hinsichtlich möglicher Gemeinsamkeiten, insbesondere im Hinblick auf die Vorgehensweise der Täter, zusammengeführt und ausgewertet".

Ob zwischen diesen Vorfällen ein Zusammenhang bestehe oder ein gemeinsamer Hintergrund sei derzeit nicht abschließend zu sagen. "Belastbare Erkenntnisse zu einem möglichen Social-Media-Trend oder etwaigen Erpressungsversuchen liegen derzeit nicht vor."

Zahlreiche andere Bundesländer betroffen

Zahlreiche andere Bundesländer sind von ähnlichen Vorfällen betroffen, bei denen Nadeln, Nägel und andere Metallgegenstände in gesammelten Süßigkeiten entdeckt wurden. Dabei waren auch zwei Kinder leicht im Mundbereich verletzt worden.

Neu sind solche Vorkommnisse nicht, auch im vergangenen Jahr gab es Vorfälle mit manipulierten Süßigkeiten. Die Häufung in diesem Jahr aber ist auffällig. Wer hinter den Taten steckt, ist unklar.

Ob Supermarktketten oder Discounter wie Edeka, Rewe, Aldi Süd oder Lidl im Südwesten nun auch erhöhtes Augenmerk auf das laufende Geschäft mit Weihnachtssüßigkeiten, Lebkuchen etc. richten, blieb auf Anfrage zunächst unklar.

Ähnliche Vorfälle auch im Ausland

Auch in mehreren Bundesländern in Österreich tauchten mit Metallteilen versehene Halloween-Süßigkeiten auf. In einem Fall wurde ein Mädchen leicht verletzt. Im Bundeskriminalamt in Wien wurde eine Ermittlungsgruppe gegründet, die mit der EU-Polizeibehörde Europol in Kontakt steht.

Quelle: dpa

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