Hamburg & Schleswig-HolsteinVermisste Frau aus Noer - Ehemann weiter in U-Haft

Seit mehr als einem Jahr fehlt von einer 44-Jährigen jede Spur. Ihr Ehemann sitzt seit Juni in Untersuchungshaft - wegen Totschlags. Ein Gericht entschied nun erneut über eine Haftbeschwerde.
Noer/Schleswig (dpa/lno) - Der Ehemann der vermissten 44-Jährigen aus Noer (Kreis Rendsburg-Eckernförde) bleibt in Untersuchungshaft. Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht entschied, den Haftbefehl aufrechtzuerhalten. Der Zweite Strafsenat sehe ebenfalls einen dringenden Tatverdacht, dass er seine Ehefrau getötet habe, teilte das Gericht mit. Der Anwalt des Mannes hatte Haftbeschwerde eingelegt.
Das Amtsgericht Kiel hatte am 22. Juni einen Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag gegen den 50 Jahre alten Ehemann erlassen. Dessen Verteidiger legte am 1. Juli Beschwerde dagegen ein. Am selben Tag erhob die Kieler Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlags gegen den Verdächtigen. Das Kieler Landgericht entschied Ende Juli bereits, den Haftbefehl aufrechtzuerhalten. Daraufhin ging die Haftbeschwerde an das Oberlandesgericht.
Was passierte mit der Frau?
Seit mehr als einem Jahr ist die Frau verschwunden. Nach früheren Angaben der Polizei war die damals 43-Jährige zuletzt am 21. März 2025 zweifelsfrei gesehen worden. Ihr Mann meldete sie als vermisst. Dass sich die Frau freiwillig abgesetzt hat, schlossen die Ermittler aus.
Nach dem Verschwinden der Frau suchten mehrfach zahlreiche Einsatzkräfte nach ihr, unter anderem im Felder Holz sowie am und im Westensee. Daneben habe es auch kleinere Maßnahmen gegeben, die nicht so stark im öffentlichen Fokus gestanden hätten, hieß es.
Zweimal wandten sich die Ermittler im Fernsehen an die Öffentlichkeit: Der Fall war Thema der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" und auch im "Schleswig-Holstein Magazin" des NDR. Im Zuge der Ermittlungen suchte die Polizei auch Zeugen, die einen dunklen Transporter gesehen haben. Zeugenaussagen zu dem Fahrzeug führten schließlich zu Suchaktionen.