HessenDrogenbande "Die Firma": Anklage gegen 45-Jährigen

Erst Geldbote, dann Mitglied der Führungsebene: Ein Mann soll sich für 500.000 Euro bei der internationalen Drogenbande "Die Firma" eingekauft haben. Welche Rolle wirft ihm die Anklage vor?
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit der stundenlangen Verlesung der über 40-seitigen Anklage hat im Frankfurter Landgericht der Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied der Führungsebene der international agierenden Drogenhändlerbande "Die Firma" begonnen. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 45-Jährigen rund 100 Fälle des bandenmäßigen Drogenhandels vor, begangen in den Jahren 2020 bis 2024. Er soll dadurch über 6,55 Millionen Euro erlangt haben.
Zunächst soll er für "Die Firma" als Geldbote tätig gewesen und sich dann für 500.000 Euro bei ihr eingekauft haben. Er war der Anklage zufolge vor allem für das Rhein-Main-Gebiet zuständig gewesen. Im Sommer 2025 wurde der Angeklagte in Serbien festgenommen.
Monatsgehalt 8.000 Euro?
Bei der "Firma" soll es sich um eine hochprofessionell arbeitende und streng hierarchisch organisierte Bande handeln, die mit dem Handel von Kokain Millionenumsätze machte. Sie war den Angaben zufolge spätestens 2019 gegründet worden, in der Folgezeit schlossen sich ihr demnach immer mehr Mitglieder an.
Die Bande soll über ein weit verzweigtes Netzwerk verfügt haben, dieses bestand unter anderem aus etlichen Drogenkurieren und Bunkerwohnungen für Geld und Drogen. Ihre Mitglieder wurden nach festgelegten Tarifen bezahlt. So soll der Angeklagte jeden Monat ein Gehalt von 8.000 Euro bekommen haben.
Der Prozess ist bislang bis in den Februar terminiert. Mehrere Mitglieder der "Firma" sind vom Landgericht Frankfurt in früheren Prozessen bereits zu langen Haftstrafen verurteilt worden.