Regionalnachrichten

SachsenRestholz wird zu Pflanzenkohle für Sachsens Schlossparks

21.10.2026, 13:08 Uhr
image

Restholz aus dem Großen Garten in Dresden soll künftig die Böden sächsischer Schlossparks verbessern. Einen Stromanschluss braucht die Anlage nicht.

Dresden (dpa/sn) - Die staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen rüsten sich für den Klimawandel und nutzen dafür auch Holz aus eigenem Bestand. Im Großen Garten von Dresden geht nach einer Testphase nun eine Pflanzenkohleanlage in Betrieb, teilte Schlösserland mit.

Die Anlage verarbeitet Restholz zu Pflanzenkohle, die dann in den Boden von Parkanlagen eingebracht wird. Auf diese Weise wird der Boden mit Nährstoffen versorgt und kann besser Wasser speichern. Aus etwa 80 Tonnen Biomasse sollen pro Jahr rund 19 Tonnen Pflanzenkohle entstehen.

"Die Böden unserer Schlossparks ab sofort mit Pflanzenkohle anzureichern, wird langfristig gesehen die Standortbedingungen für unseren Baumbestand deutlich verbessern", betonte Schlösserland-Direktor Christian Striefler.

Bund förderte das Projekt zum Großteil

Das etwa 340.000 Euro teure Projekt wurde zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen über ein Programm zum Klimawandel in historischen Gärten gefördert. Die jährlichen Betriebskosten werden auf 15.000 Euro geschätzt. Dem gegenüber stehen Einsparungen von etwa 20.000 Euro für den Ankauf handelsüblicher Pflanzenkohle.

Anlage kommt ohne Stromanschluss aus

Die Anlage kommt ohne Stromanschluss aus. Über einen Stirling-Motor - eine Wärmekraftmaschine - wird die bei der Pyrolyse anfallende Abwärme zur Stromgewinnung genutzt. Der Begriff Pyrolyse steht für einen thermochemischen Prozess, bei dem organische Verbindungen bei hohen Temperaturen und weitgehendem Ausschluss von Sauerstoff umgewandelt werden. Der Sauerstoffmangel verhindert eine vollständige Verbrennung.

Programm "Klimawandel in historischen Gärten"

Über das Programm zum Klimawandel in historischen Gärten erforschten die staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten in den vergangenen Jahren auch die Auswirkungen des Klimawandels auf Parkanlagen. Konkret ging es um den Großen Garten in Dresden und den Schlosspark Pillnitz. Seit 2022 flossen insgesamt drei Millionen Euro Fördermittel des Bundes und des Freistaates in die Vorhaben.

Alte Bäume haben unter dem Klimawandel zu leiden

"Trockenheit, steigende Temperaturen, anhaltende Hitze, sinkende Niederschläge, sinkende Grundwasserstände und zunehmende Starkwetterereignisse schwächen den Altbaumbestand. Ohne rechtzeitige Gegenmaßnahmen werden die oft hunderte Jahre alten, denkmalgeschützten Anlagen nicht mehr zu retten sein", hatte der Staatsbetrieb sein Engagement begründet.

Vorhaben gliederte sich in mehrere Module

Das Projekt umfasste mehrere Gebiete. So wurde eine Baumschule im Großen Garten und eine Fläche für die Züchtung von Gehölzen in Pillnitz eingerichtet. Bei dem Vorhaben mit der Pflanzenkohle geht es darum, den sogenannten Schwammeffekt auszunutzen: Pflanzenkohle kann ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser und Nährstoffen speichern und langsam wieder abgeben. In Kooperation mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden entstand zudem der Prototyp eines halbautonomen Roboters, der bei der Bewässerung von Pflanzen in Pillnitz hilft.

Die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten GmbH verwaltet die herrschaftlichen Immobilien des Freistaates. Das betrifft konkret die Albrechtsburg Meissen, den Klosterpark Altzella, Schloss Colditz, Burg Gnandstein, den Barockgarten Großsedlitz, Schloss Weesenstein, Burg Kriebstein, Burg Mildenstein, Schloss Moritzburg mit dem Fasanenschlösschen, Schloss Nossen, das Barockschloss Rammenau, Schloss Rochlitz, Burg Stolpen sowie die Schlösser und Gärten Dresden mit der Festung Dresden, den Großen Garten, den Stallhof, den Zwinger sowie das Schloss und den Park Pillnitz.

Quelle: dpa

Regionales