SachsenReimportierte Simson-Mopeds dürfen jetzt auch 60 km/h fahren

Wer eine Simson im Ausland kaufte, durfte bisher nur 45 km/h fahren. Das ändert sich nun.
Dresden (dpa/sn) - Reimportierte Simsons dürfen jetzt auch mit bis zu 60 km/h durch Sachsen knattern. Einen entsprechenden Erlass hat die Regierung in Dresden umgesetzt, wie Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) sagte. Die Bundesregierung hatte im Sommer den Weg dafür bereitet.
Die Sonderregelung gilt demnach für historische - sprich in der DDR produzierte - Fahrzeuge, die bis Februar 1992 in den Verkehr kamen und aus dem Ausland wieder zurückimportiert werden. Auch die Landtage in Thüringen und Brandenburg hatten sich bereits mit der Frage beschäftigt.
Es sei nicht erklärbar, dass andere baugleiche Fahrzeuge nur mit einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h unterwegs sein dürfen, sagte Kraushaar. Vor allem, da die Technik dieser Fahrzeuge wie Bremsen oder Beleuchtung auf einem viel neueren Stand sei. "Es ist für unsere Mopedfans doch nicht nachzuvollziehen, dass technisch vergleichbare Kleinkrafträder unterschiedlich schnell fahren dürfen, nur weil das eine ein historisches Fahrzeug ist", sagte die Staatsministerin.
Forderung: 60 km/h für alle Mopeds
Sachsen will sich auch im Bundesrat dafür einsetzen, dass zwei- und dreirädrige Kleinkrafträder, sowie leichte vierrädrige Kleinkraftfahrzeuge künftig auch bis zu 60 km/h fahren dürfen. Auf Nachfrage erklärte die Ministerin, sie blicke optimistisch auf die Erfolgsaussichten für diesen Vorschlag im Bundesrat.
Die sächsische Initiative müsste man allerdings auf europäischer Ebene einbringen und entscheiden. Denn die 45 Kilometer pro Stunde seien in der europäischen Fahrzeugklasse festgelegt. "Wer das ändern will, muss mal nach Brüssel, und wir müssen über den Bund gehen und dann über den Bundesrat und die Bundesregierung", erklärte Krausshaar.
Was die Simson bedeutet
Zehntausende Simson-Mopeds knattern noch über die Straßen, vor allem in Ostdeutschland. Ihre Ersatzteilversorgung ist nach Angaben verschiedener Anbieter auf Jahre gesichert. Viele Jugendliche vor allem in ländlichen Regionen fahren die Zweitakter - nicht nur wegen ihrer Vergangenheit in der DDR und ihres Designs, sondern weil sie Mobilität ermöglichen.
Auch die AfD thematisiert Simson-Reimporte immer wieder. Der Partei wird vorgeworfen, den Simson-Kult vor allem bei jungen Leuten in Ostdeutschland für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.